Grillfest 2015 – kein Schlag ins Wasser

„Wie schlecht muß das Wetter noch werden, damit weniger Leute kommen?“. Diese nicht ganz ernstgemeinte Frage eines Besuchers unseres diesjährigen Grillfestes fasste den Tag eigentlich ganz gut zusammen.

DSC_0349Am 21. Juni fand unser diesjähriges Grillfest in der Bärenschlucht statt. Leider gleich nach dem Festgottesdienst, bei dem unser beliebter Pfarrer Prof. Dr. Reinhold Friedrich die Predigt in Reimform gehalten hatte, begann es vom Himmel her zu tröpfeln. Zahlreiche Helfer bauten aber rasch weitere Pavillons auf und so konnte der Weißwurstfrühschoppen im Zelt und unter Dach doch noch stattfinden.

DSC_0379Karl-Heinz Inzelsberger hieß nach dem Gottesdienst den Pottensteiner Bürgermeister Stefan Frühbeißer herzlich willkommen und nutzte die Gelegenheit ihn um einen aktuellen Sachstand zum Naturkundezentrum mit Schießkino in Kirchenbirkig zu bitten. Frühbeißer bat die Jäger „…um Geduld. Geduld müsst ihr doch auch auf der Jagd haben. Wir sind hier mit zahlreichen öffentlichen Stellen wegen der Finanzierung im Gespräch, aber es läuft.“

DSC_0394Gerade als die letzten Weißwürste verzehrt waren, konnten die Frauen und Männer vom Grill, allen voran der „Wildschwein-Grillprofi“ Klaus Herlitz verkünden, dass das Wildschwein vom Spieß fertig ist. Sofort bildete sich eine lange Schlange und binnen einer guten Stunde waren insgesamt drei Wildschweine samt Blaukraut und Klößen verzehrt. Es mußte trotzdem kein Besucher hungern, schließlich gab es auch Bratwürste und die beliebten Wildburger.

Unser Vorsitzender Inzelsberger freute sich sehr, dass wieder zahlreiche Kuchen und leckere Torten und sogar frische Küchla von den Jägerinnen und Frauen der Jäger gebacken worden sind und bei dem doch kühlen Wetter tat ein heißer Kaffee ganz gut.

DSC_0433Inzwischen besuchte auch der oberfränkische Regierungsbezirksvorsitzende des BJV, Prof. Dr. Hartmut Wunderatsch mit seiner Gattin und ihrem Hund unser Fest und dankte in seinem Grußwort der Jägervereinigung Pegnitz für diese hervorragende Art der Öffentlichkeitsarbeit.

IMG_7287Nachmittags konnte unser Hundereferent Günther Schmitt über 40 Jagd- und Begleithunde vorstellen. Den Anfang machte Markus Bayer mit seinen neun Hunden aus der bekannten Bärenschluchtmeute. „Guck mal, wie brav die alle bei ihm sitzen bleiben“, war der begeisterte Ausruf eines Kindes. Anschließend stellten sich einige Hunde aus dem derzeit laufenden Welpenkurs vor. Beeindruckend welche Anlagen diese Hunde bereits haben, so demonstrierte ein junger Drahthaar perfektes Vorstehen vor einem Federwildapportel an der Reizangel.

Danach folgten die Hunde aus dem Dressurlehrgang. Wobei nicht nur Jagd- sondern auch Begleithunde gezeigt wurden.

DSC_0429Nach einer kurzer Pause und leider bei wiedermal einsetzendem Regen traten die Jagdhornbläsergruppen aus Pegnitz, Bayreuth, Auerbach, Obertrubach und Hersbruck zu einem beeindruckenden gemeinsamen Standkonzert auf. Unter der Leitung von Loni Weidinger und mit Erläuterungen durch Karl Okelmann sorgten die Bläser für gute Stimmung bei den inzwischen noch mehr gewordenen Besuchern.

Zwischendurch nutzten viele Besucher, geschätzt über den ganzen Tag immerhin etwa 1.000 Gäste, darunter zahlreiche Nichtjäger, die Zeit für einen Rundgang über die Ausstellung. Neben einer umfangreichen Geländewagenausstellung gab es auch interessante Quads (kleine vierrädrige Allradfahrzeuge) zu sehen. Außerdem konnte man sich am US/BW-Shop neu einkleiden oder am Jagdschmuckstand das ein oder andere Schmuckstück für sich selbst oder seine Liebsten kaufen. Ein Stand mit Ausrüstung für den Jagdhund und verschiedene Hochsitze und Drückjagdböcke aus der Oberpfalz rundeten dann das Angebot ab.

Die Kleinsten konnten sich im Bau von Nistkästen üben und durften diese dann zur Belohnung natürlich auch mitnehmen und wer geduldig sitzen konnte ließ sich von Beate Herlitz phantasievoll schminken.

Den Abschluß des Tages bildete dann die große Tombola. Gezogen wurden die Gewinnerlose von Melina und Marten Bayer, den Jüngsten der Besitzerfamilie des Campingplatzes Bärenschlucht.

Vom Taschenmesser bis hin zum Hochsitz konnten fast einhundert wertvolle Preise gewonnen werden.

DSC_0448Inzelsberger bedankte sich bei allen Gästen für das Kommen und bei seinen zahlreichen Helfern für die tatkräftige Unterstützung und Mithilfe ohne die so ein Fest nicht vonstattengehen könnte. Besonders bedankte es sich bei Christine Bayer, die wieder ihren Campingplatz und die Einrichtungen für dieses Fest zur Verfügung gestellt hatte.

Georg Bayer

 

Anschuss-Seminar mit Alexander Kelle

Am 31.05.2015 fand unter Leitung von Alexander Kelle, einem Spezialisten auf dem Gebiet der Nachsuche, mit 23 Teilnehmern ein Anschussseminar statt. Auf unserem „Hundererplatz“ – dem Vereinsgelände des Schäferhundevereins Pegnitz – gab es vormittags theoretischen Unterricht. Mit den Worten

Du kannst auf drei Arten klug werden:
durch Nachdenken: das ist die edelste;
durch Nachahmen: das ist die leichteste;
durch Erfahrung: das ist die härteste.

starteten drei sehr interessante Stunden, in welchen die Einzelheiten, was zu beachten ist, worauf es wirklich ankommt und sämtliche Detailfragen behandelt wurden.

Einer Studie zufolge seien bei 22,5 % der erfolgreichen Nachsuchen keine Pirschzeichen zu finden gewesen. Grund hierfür war u. a., dass fast nichts da war, nicht am richtigen Ort und nur sehr oberflächlich gesucht wurde.

Also ging es nach einem sehr gutem Mittagessen hinaus ins Revier. An verschiedenen Stellen waren Anschüsse vorbereitet. An Stellen, an denen auf dem ersten Blick tatsächlich nichts zu sehen war, konnten bei genauerem Hinsehen viele Schuss- und Pirschzeichen erkannt werden. Von der Größe des Anschussbereichs, über Schnitthaar und Wildbret bis hin zu Spuren von Geschosssplittern gab es viel zu entdecken. Durch die unterschiedlichen Anschüsse konnten die Schuss- und Pirschzeichen gedeutet und eine mögliche Trefferlage abgeschätzt werden.

Schließlich wurde noch die Splitterwirkung eines Geschosses nach dem Austritt aus dem Wildkörper anhand einer hinter dem Wildkörper hängenden Folie dargestellt. Auch wenn geläufig immer gesagt wird, dass nicht geschossen auch gefehlt ist, so hat dieses Seminar gezeigt, wie wichtig die Schießfertigkeiten und die Bedeutung der Waidgerechtigkeit doch sind.

Elke Grüner
2. Vorstand

Hegeschau 2015

Gut besuchte Hegeschau in Bieberswöhr

DSC_0298Vor einem voll besetzten Gemeinschaftshaus in Bieberswöhr konnte Karl-Heinz Inzelsberger, als Vorsitzender der Jägervereinigung Pegnitz die Pflichthegeschau der sechs zugehörigen Hegegemeinschaften eröffnen. Er betonte in seiner Begrüßung, dass die Hegeschau für die Kreisgruppe eine willkommene Gelegenheit ist in einer Art Rechenschaftsbericht über ihre Arbeit im vergangenen Jagdjahr zu informieren. Und das nicht nur für Jäger, sondern auch für die Land- und Forstwirte und für die gesamte Bevölkerung. „Das Interesse an dem hier bei uns beheimateten Wild vom Reh über den Hasen bis zum Rebhuhn und deren Entwicklung ist groß“ sagte Inzelsberger. Das Erlegen von Wild und der Erhalt eines ausgewogenen Wildbestandes ist nur ein kleiner Teil der Aufgabe, die die Jägerschaft übernimmt. Sehr viel mehr Zeit und Engagement fließen in die Verbesserung des Lebensraums von Wildtieren wie zum Beispiel das Anlegen von Hecken oder der Ansaat von Wildäckern und –Wiesen.
DSC_0273In seinem Vortrag „Brennpunkt Schwarzwild – und jetzt?“ ließ der Jäger Georg Bayer einen Blick hinter die Kulissen des Modellprojektes zur Schwarzwildbejagung zu. Die Jägervereinigung Pegnitz war mit ihren Hegegemeinschaften Schnabelwaid und Pottenstein eine von nur bayernweit fünf Regionen, die hier in den Jahren 2010 bis 2013 an regionalen innovativen Modellen zum Umgang mit dem immer zahlreicher auftretenden Schwarzwild gearbeitet haben. Bayer monierte hierbei, dass  die Bauernschaft die Arbeit in den Projektgruppen durchwegs positiv gesehen hat, die größten Kritiker aber ausgerechnet von Seiten des Landesjagdverbandes gekommen sind.  Insbesondere dessen Präsident Vocke beklagte  es offensichtlich, dass ihm hier die Meinungsführerschaft beim Thema Schwarzwild entzogen worden ist. Letztlich sei, so Bayer in seinem Vortrag, alles wohl auch eine Frage der Gelder gewesen. Die Aufwendungen für das Projekt seien aus der Jagdabgabe bezahlt worden, somit ist der Topf, der daraus dem Landesjagdverband zusteht, eben kleiner geworden.
Zum Thema „Einsatz von Nachtzielgeräten für die Jagd“ konnte Bayer berichten, dass vom Landwirtschaftsministerium bereits 30 Genehmigungen dafür erteilt worden sind. Die endgültige Entscheidung darüber liegt allerdings beim Bundeskriminalamt. „Auf alle Fälle sind die Nachtzielgeräte, wie sie in der Genehmigung sind definitiv keine Kriegswaffen sondern herkömmliche Nachtsichtgeräte wie sie jedermann besitzen darf. Verboten ist bisher nur die Verbindung dieser Vorsatzgeräte mit Zielfernrohren“, konnte Bayer mit Fotos demonstrieren.
Der Betzensteiner Hegegemeinschaftsleiter Christian Otto berichtete aus seiner Mitarbeit im Netzwerk Große Beutegreifer und zeigte die Ausbreitungen von Luchsen und die Einwanderungsbewegungen von Wölfen nach Bayern auf. Er mahnte seine Jagdkollegen und die Landwirte hierbei besonnen zu reagieren.
DSC_0296Im Jahresrückblick konnte Peter Meister, als Hegegemeinschaftsleiter von Pegnitz stellvertretend für alle Hegegemeinschaften die Zahl der erlegten Tiere bekannt geben. Mit 1720 Rehen reduzierte sich die Strecke gegenüber dem Vorjahr um 78 Tiere. Die beiden stärksten Rehböcke kamen aus den Revieren Funkendorf und Püttlach II.
Gespannt waren alle wieder auf die Anzahl der geschossenen Wildschweine. Meister wußte zu berichten, dass mit 457 Schweine nahezu die gleiche Anzahl wie im Vorjahr (451) erlegten wurden. Diese Zahl verteilt sich auf die einzelnen Hegegemeinschaften wie folgt: Waischenfeld-Ahorntal 27 Wildschweine, Pottenstein 65, Betzenstein 73, Pegnitz 116, Schnabelwaid 114 und Creussen 62.
Rapide ist der Anstieg bei den Füchsen gewesen. Hier wurden 637 geschossen oder tot aufgefunden (was meistens durch Verkehrsunfälle herrührt). Das ist eine Steigerung um 75 Tiere zum Vorjahr. Bei den Enten waren es 319 (+37) und bei den Hasen 201 (+14).
Zum Abschluß seines Rückblickes forderte Meister alle Revierpächter auf ihre gesetzliche Pflicht zur Abgabe der Streckenmeldungen an das Landratsamt pünktlich bis zum jeweiligen 10. April zu erfüllen, denn nur so ist es möglich die tatsächlichen Zahlen mit den geforderten Abschüssen auch zeitnah zu vergleichen.
Die Jagdhornbläsergruppe der Jägervereinigung unter der Leitung von Hornmeister Loni Weidinger verblies anschließend brauchtumsgerecht die Strecke.


DSC_0306DSC_0326Traditionell ehrte der Vorsitzende Inzelsberger anschließend noch eine ganze Anzahl von verdienten Mitgliedern.  Für 25 Jahre Treue zum Landesjagdverband: Johannes Herlitz, Richard Kugler, Peter Hofmann. Für 40 Jahre: Hildmar Weidmann, Erich Sperber. Für 50 Jahre: Walter Lederer und für 60 Jahre: Baptist Schrüfer. Das Ehrenzeichen in Bronze erhielten die Vorstandsmitglieder Petra Leißner und Thomas Weißlein. Das Hundeführer Ehrenzeichen in Bronze bekam Günther Schmitt. Die Hegemedaille wurde Günter Leipold verliehen. Für die gute Zusammenarbeit zwischen Jägern und Landwirten erhielten Heinrich Schatz, Matthias Beyer, Johannes Schieder, Karl Kürzdörfer, Fritz Ziegler und Hans Lindner die Medaille Naturerbe Bayern.
Mit einem Präsent bedankte sich Inzelsberger bei langjährigen Hegegemeinschaftsleitern,  die bei den Neuwahlen im Frühjahr ihre Ämter aufgegeben haben: Johann Schrüfer, Georg Düngfelder, Georg Bayer, Klaus Herlitz, Heinrich Rausch, Ludwig Götz, Heidi Grüner und Peter Leißner.

Kontakt:
Jägervereinigung Pegnitz e.V.
Pressereferent Georg Bayer
Pater-Reus-Str. 12
91278 Pottenstein
0160 78 17 944
gbayer@t-online.de