Journal

Anschuss-Seminar mit Alexander Kelle

Am 31.05.2015 fand unter Leitung von Alexander Kelle, einem Spezialisten auf dem Gebiet der Nachsuche, mit 23 Teilnehmern ein Anschussseminar statt. Auf unserem „Hundererplatz“ – dem Vereinsgelände des Schäferhundevereins Pegnitz – gab es vormittags theoretischen Unterricht. Mit den Worten

Du kannst auf drei Arten klug werden:
durch Nachdenken: das ist die edelste;
durch Nachahmen: das ist die leichteste;
durch Erfahrung: das ist die härteste.

starteten drei sehr interessante Stunden, in welchen die Einzelheiten, was zu beachten ist, worauf es wirklich ankommt und sämtliche Detailfragen behandelt wurden.

Einer Studie zufolge seien bei 22,5 % der erfolgreichen Nachsuchen keine Pirschzeichen zu finden gewesen. Grund hierfür war u. a., dass fast nichts da war, nicht am richtigen Ort und nur sehr oberflächlich gesucht wurde.

Also ging es nach einem sehr gutem Mittagessen hinaus ins Revier. An verschiedenen Stellen waren Anschüsse vorbereitet. An Stellen, an denen auf dem ersten Blick tatsächlich nichts zu sehen war, konnten bei genauerem Hinsehen viele Schuss- und Pirschzeichen erkannt werden. Von der Größe des Anschussbereichs, über Schnitthaar und Wildbret bis hin zu Spuren von Geschosssplittern gab es viel zu entdecken. Durch die unterschiedlichen Anschüsse konnten die Schuss- und Pirschzeichen gedeutet und eine mögliche Trefferlage abgeschätzt werden.

Schließlich wurde noch die Splitterwirkung eines Geschosses nach dem Austritt aus dem Wildkörper anhand einer hinter dem Wildkörper hängenden Folie dargestellt. Auch wenn geläufig immer gesagt wird, dass nicht geschossen auch gefehlt ist, so hat dieses Seminar gezeigt, wie wichtig die Schießfertigkeiten und die Bedeutung der Waidgerechtigkeit doch sind.

Elke Grüner
2. Vorstand

Oberfränkische Meisterschaften im jagdlichen Schießen

Pegnitzer Jäger stellen zwei oberfränkische Meister und konnten 4 Pokale mit nach Hause nehmen

Pokale für die besten Platzierungen
Pokale für die besten Platzierungen

Am Wochenende wurden in Drügendorf (Landkreis Forchheim) die besten oberfränkischen Schützen im jagdlichen Schießen ermittelt. Dabei mussten verschiedene anspruchsvolle Diszipline beim Kugel- und Schrotschuß bewältigt werden.

Mit fünf Teilnehmern waren die Pegnitzer Jäger angereist und konnten am Ende gleich vier Pokale für zwei erste Plätze und je einem zweiten und einem dritten Platz mit nach Hause nehmen.

von links: Heiko Küffner, Elke Grüner, Klaus Herlitz, Karl-Heinz Inzelsberger
von links: Heiko Küffner, Elke Grüner, Klaus Herlitz, Karl-Heinz Inzelsberger

In der Altersklasse erreichte Karl-Heinz Inzelsberger, der Vorsitzende der Pegnitzer Jägervereinigung den Spitzenplatz. Ihm gleich tat es seine Schwester, Ilona Inzelsberger, die in der Damenklasse oberfränkische Meisterin wurde. Der zweite Platz in dieser Klasse ging an Elke Grüner aus Langenreuth.

Mit dem dritten Platz in der Schützenklasse gehört Klaus Herlitz aus Kirchenbirkig zu den besten oberfränkischen Schützen.

Mit Heiko Küffner nahmen die Pegnitzer auch einen Jungjäger mit an den Start. Für seinen ersten Wettbewerb wurde er mit einer guten Platzierung im Mittelfeld belohnt.

Hegeschau 2015

Gut besuchte Hegeschau in Bieberswöhr

DSC_0298Vor einem voll besetzten Gemeinschaftshaus in Bieberswöhr konnte Karl-Heinz Inzelsberger, als Vorsitzender der Jägervereinigung Pegnitz die Pflichthegeschau der sechs zugehörigen Hegegemeinschaften eröffnen. Er betonte in seiner Begrüßung, dass die Hegeschau für die Kreisgruppe eine willkommene Gelegenheit ist in einer Art Rechenschaftsbericht über ihre Arbeit im vergangenen Jagdjahr zu informieren. Und das nicht nur für Jäger, sondern auch für die Land- und Forstwirte und für die gesamte Bevölkerung. „Das Interesse an dem hier bei uns beheimateten Wild vom Reh über den Hasen bis zum Rebhuhn und deren Entwicklung ist groß“ sagte Inzelsberger. Das Erlegen von Wild und der Erhalt eines ausgewogenen Wildbestandes ist nur ein kleiner Teil der Aufgabe, die die Jägerschaft übernimmt. Sehr viel mehr Zeit und Engagement fließen in die Verbesserung des Lebensraums von Wildtieren wie zum Beispiel das Anlegen von Hecken oder der Ansaat von Wildäckern und –Wiesen.
DSC_0273In seinem Vortrag „Brennpunkt Schwarzwild – und jetzt?“ ließ der Jäger Georg Bayer einen Blick hinter die Kulissen des Modellprojektes zur Schwarzwildbejagung zu. Die Jägervereinigung Pegnitz war mit ihren Hegegemeinschaften Schnabelwaid und Pottenstein eine von nur bayernweit fünf Regionen, die hier in den Jahren 2010 bis 2013 an regionalen innovativen Modellen zum Umgang mit dem immer zahlreicher auftretenden Schwarzwild gearbeitet haben. Bayer monierte hierbei, dass  die Bauernschaft die Arbeit in den Projektgruppen durchwegs positiv gesehen hat, die größten Kritiker aber ausgerechnet von Seiten des Landesjagdverbandes gekommen sind.  Insbesondere dessen Präsident Vocke beklagte  es offensichtlich, dass ihm hier die Meinungsführerschaft beim Thema Schwarzwild entzogen worden ist. Letztlich sei, so Bayer in seinem Vortrag, alles wohl auch eine Frage der Gelder gewesen. Die Aufwendungen für das Projekt seien aus der Jagdabgabe bezahlt worden, somit ist der Topf, der daraus dem Landesjagdverband zusteht, eben kleiner geworden.
Zum Thema „Einsatz von Nachtzielgeräten für die Jagd“ konnte Bayer berichten, dass vom Landwirtschaftsministerium bereits 30 Genehmigungen dafür erteilt worden sind. Die endgültige Entscheidung darüber liegt allerdings beim Bundeskriminalamt. „Auf alle Fälle sind die Nachtzielgeräte, wie sie in der Genehmigung sind definitiv keine Kriegswaffen sondern herkömmliche Nachtsichtgeräte wie sie jedermann besitzen darf. Verboten ist bisher nur die Verbindung dieser Vorsatzgeräte mit Zielfernrohren“, konnte Bayer mit Fotos demonstrieren.
Der Betzensteiner Hegegemeinschaftsleiter Christian Otto berichtete aus seiner Mitarbeit im Netzwerk Große Beutegreifer und zeigte die Ausbreitungen von Luchsen und die Einwanderungsbewegungen von Wölfen nach Bayern auf. Er mahnte seine Jagdkollegen und die Landwirte hierbei besonnen zu reagieren.
DSC_0296Im Jahresrückblick konnte Peter Meister, als Hegegemeinschaftsleiter von Pegnitz stellvertretend für alle Hegegemeinschaften die Zahl der erlegten Tiere bekannt geben. Mit 1720 Rehen reduzierte sich die Strecke gegenüber dem Vorjahr um 78 Tiere. Die beiden stärksten Rehböcke kamen aus den Revieren Funkendorf und Püttlach II.
Gespannt waren alle wieder auf die Anzahl der geschossenen Wildschweine. Meister wußte zu berichten, dass mit 457 Schweine nahezu die gleiche Anzahl wie im Vorjahr (451) erlegten wurden. Diese Zahl verteilt sich auf die einzelnen Hegegemeinschaften wie folgt: Waischenfeld-Ahorntal 27 Wildschweine, Pottenstein 65, Betzenstein 73, Pegnitz 116, Schnabelwaid 114 und Creussen 62.
Rapide ist der Anstieg bei den Füchsen gewesen. Hier wurden 637 geschossen oder tot aufgefunden (was meistens durch Verkehrsunfälle herrührt). Das ist eine Steigerung um 75 Tiere zum Vorjahr. Bei den Enten waren es 319 (+37) und bei den Hasen 201 (+14).
Zum Abschluß seines Rückblickes forderte Meister alle Revierpächter auf ihre gesetzliche Pflicht zur Abgabe der Streckenmeldungen an das Landratsamt pünktlich bis zum jeweiligen 10. April zu erfüllen, denn nur so ist es möglich die tatsächlichen Zahlen mit den geforderten Abschüssen auch zeitnah zu vergleichen.
Die Jagdhornbläsergruppe der Jägervereinigung unter der Leitung von Hornmeister Loni Weidinger verblies anschließend brauchtumsgerecht die Strecke.


DSC_0306DSC_0326Traditionell ehrte der Vorsitzende Inzelsberger anschließend noch eine ganze Anzahl von verdienten Mitgliedern.  Für 25 Jahre Treue zum Landesjagdverband: Johannes Herlitz, Richard Kugler, Peter Hofmann. Für 40 Jahre: Hildmar Weidmann, Erich Sperber. Für 50 Jahre: Walter Lederer und für 60 Jahre: Baptist Schrüfer. Das Ehrenzeichen in Bronze erhielten die Vorstandsmitglieder Petra Leißner und Thomas Weißlein. Das Hundeführer Ehrenzeichen in Bronze bekam Günther Schmitt. Die Hegemedaille wurde Günter Leipold verliehen. Für die gute Zusammenarbeit zwischen Jägern und Landwirten erhielten Heinrich Schatz, Matthias Beyer, Johannes Schieder, Karl Kürzdörfer, Fritz Ziegler und Hans Lindner die Medaille Naturerbe Bayern.
Mit einem Präsent bedankte sich Inzelsberger bei langjährigen Hegegemeinschaftsleitern,  die bei den Neuwahlen im Frühjahr ihre Ämter aufgegeben haben: Johann Schrüfer, Georg Düngfelder, Georg Bayer, Klaus Herlitz, Heinrich Rausch, Ludwig Götz, Heidi Grüner und Peter Leißner.

Kontakt:
Jägervereinigung Pegnitz e.V.
Pressereferent Georg Bayer
Pater-Reus-Str. 12
91278 Pottenstein
0160 78 17 944
gbayer@t-online.de

Jahreshauptversammlung

Es gibt auch noch was anderes als Wildschweine

Gut besucht war die Jahreshauptversammlung der Jägervereinigung Pegnitz im Schnabelwaider Sportheim. Der Vorsitzende Karl-Heinz Inzelsberger konnte in seinem Bericht auf ein arbeitsintensives Jahr zurückblicken. So nahm er an insgesamt 90 Terminen für die Pegnitzer Jäger teil. Dafür galt sein Dank ausdrücklich seinen Kolleginnen und Kollegen aus der erweiterten Vorstandschaft, die ihn in seiner Arbeit unterstützen.

Ein Schwerpunkt der Arbeit war das Naturkundezentrum mit Schießkino, das im Pottensteiner Ortsteil Kirchenbirkig entstehen soll. „Ich war da wohl ein wenig zu euphorisch als ich die Eröffnung noch im letzten Jahr angekündigt habe“, so Inzelsberger. Er hätte den Planungsumfang und die Zeit für die Bewilligung von öffentlichen Geldern unterschätzt. Aber, das zeigte ein Blick auf die dazu stattgefundenen Termine im letzten Jahr, die Zeit wurde gut genutzt. So ist im vergangenen Herbst noch der Bauantrag eingereicht worden und man erwartet jetzt die Baugenehmigung. Auch sind Gespräche mit den Verantwortlichen von LEADER geführt worden die eine Aufnahme in diese attraktive Fördermöglichkeit in Aussicht gestellt haben. 2015 soll das Projekt nun an den Start gehen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Vorstandsarbeit lag beim Projekt „Brennpunkt Schwarzwild“. Hieran hat die Jägervereinigung als eine von vier Modellregionen in Bayern teilgenommen. Ein wichtiger Meilenstein wurde erreicht, als man im November Vorschläge zur effektiven Bejagung des Schwarzwildes im Landwirtschaftsministerium direkt Minister Brunner vorbringen konnte. Inzelsberger verhehlte in diesem Zusammenhang nicht seine Kritik am Verhalten des Präsidenten des Landesjagdverbandes, Prof. Dr. Jürgen Vocke: „Gerade was die Schwarzwildbejagung angeht scheinen Teile der Spitze des BJV den Bezug zur Basis vollends verloren zu haben“. Inzelsberger kündigte an, dass eine Zusammenfassung der Projektergebnisse anläßlich der nächsten Hegeschau am 25.April in Bieberswöhr erfolgen wird.

Und das alljährliche Grillfest in der Bärenschlucht, das im vergangenen Jahr bereits zum fünfzehnten Mal stattfand entwickelt sich immer mehr zu einem Besuchermagnet. „Ein Musterbeispiel für erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit“, so Inzelsberger und kündigte für den 21. Juni bereits das nächste Grillfest an.

Die Schatzmeisterin Beate Hofmann konnte von einer positiven Kassenentwicklung berichten trotz der hohen Abgaben, die man an den Landesjagdverband abführen muß.

Auch Günther Schmitt, Referent für das Hundewesen, berichtete von den zahlreichen Aktivitäten und den durchgeführten Dressurlehrgängen und der Brauchbarkeitsprüfung für Jagdhunde. Er kündigte an, dass für die neuen Hundekurse am 19. März um 19 Uhr ein Infoabend auf dem Gelände des Schäferhundevereins in Pegnitz an der Fischelhöhe stattfindet.

Wolfgang Bauer als Schießreferent verwies auf die Übungsabende für das Wurftaubenschießen und auf die Ergebnisse der Vereinsmeisterschaft im jagdlichen Schießen. Auch in diesem Jahr bietet die Jägervereinigung wieder Trainingsmöglichkeiten für das Flintenschießen auf dem Wurftaubenschießstand am Barbaraberg in Grafenwöhr an. Der erste Trainingsabend ist am Montag, den 13. April und dann bis in den Herbst hinein jeden ersten Montag im Monat.

Hornmeister Loni Weidinger warb für Nachwuchs bei den Jagdhornbläsern. Im letzten Jahr wurden 14 DSC_0177öffentliche Auftritte gemeistert.

In der anschließenden Aussprache äußerte Rowald Krug seine Verwunderung darüber weshalb der BJV jetzt die Lebendfanganlagen für Wildschweine als adäquates Mittel zur Bestandregulierung propagiert. Das hätte seiner Meinung nach nichts mehr mit waidgerechtem Jagen zu tun da die gefangenen Wildschweine dabei erheblich unter Streß geraten und fand dafür die Zustimmung zahlreicher Mitglieder.

Der Hundeführer Markus Bayer begrüßte zum einen die Errichtung eines weiteren Schwarzwildeinübungsgatters bei Aufseß, kritisierte aber die Regelung, dass hier nur Jagdhunde mit Papieren des Jagdgebrauchshundeverbandes eingeübt werden dürfen. Das ginge seiner Meinung nach an der Praxis vorbei. Schließlich käme es nicht darauf an ob ein Hund „adliger“ Abstammung sei sondern ob er tatsächlich zur Schwarzwildjagd eingesetzt wird. Inzelsberger pflichtete ihm bei und versprach dieses Thema mit den Verantwortlichen im Verband zu besprechen.

Alwin Dannhäußer schließlich kritisierte, dass sich in den letzten Jahren die Jagd gewandelt hätte und es fast nur noch um die Bejagung und Regulierung des Schwarzwildes geht. Jagd sei aber viel mehr. So rief er dazu auf sich wieder vermehrt um die Hege des Niederwildes, also Rehe, Hasen, Fasane, Rebhühner und Enten zu kümmern. Karl-Heinz Inzelsberger rief in diesem Zusammenhang insbesondere die neuen Hegegemeinschaftsleiter auf hier zugunsten des Niederwildes aktiv zu werden, zum Beispiel durch Organisation von sogenannten Fuchswochen.

Eine weitere Wortmeldung gab es zum Thema „Wildbretvermarktung“. Schließlich schmeckt Wildfleisch nicht nur im Herbst sondern das ganze Jahr über. Frisches Wildbret kann direkt beim örtlichen Jäger bezogen werden.

Kontakt

Jägervereinigung Pegnitz e.V.
Georg Bayer
Pressereferent
Pater-Reus-Str. 12
91278 Pottenstein
0160 78 17 944
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