Hegeschau der Kreisgruppe am 29.4.17


Dieses Mal reichten kaum die Sitzplätze im Gemeindehaus in Bieberswöhr, wo die Jägervereinigung Pegnitz die gesetzlich vorgeschriebene Hegeschau über das abgelaufene Jagdjahr abhielt.
Der neu gewählte zweite Vorsitzende Thomas Kürzdörfer durfte bei dieser wichtigen Veranstaltung gleich für den erkrankten ersten Vorsitzenden Karl-Heinz Inzelsberger einspringen und leitete gekonnt durch den Abend.
An zahlreichen Präsentationswänden hatten die Jäger ihre im letzten Jagdjahr erlegten Rehbock-Trophäen aufgehängt und die für alle Besucher offene Veranstaltung bot einen guten Überblick wie es um den Wildbestand im südlichen Teil des Bayreuther Landkreises bestellt ist.
Rudi Adler, der Leiter der Unteren Jagdbehörde überbrachte die Grüße des Landrates Hübner und nutzte sein Grußwort, um sich nach 22-jähriger Tätigkeit bei den Jägern und den Landwirten in den Ruhestand zu verabschieden. Er betonte die angenehme Zusammenarbeit und verwies auf den „Dreiklang aus Jägern, Land- und Forstwirtschaft“, der in seinem Zuständigkeitsbereich immer gut funktionierte. Die Jägervereinigung Pegnitz bezeichnete er als „Aktivposten innerhalb Bayerns“. Langanhaltender Applaus folgte. Thomas Kürzdörfer gab den Dank an Rudi Adler zurück und überreichte ihm zum Abschied einen Wanderstock mit Wegzehrung.
Hubert Witt, der erste Vorsitzende des Bundes der Bayerischen Jagdaufseher berichtete in seinem folgenden Vortrag über den Einfluß der seit einigen Jahren in Deutschland wieder heimischen Wölfe auf Wild und Jagd. Untermauert durch viele Videosequenzen konnte er aus seinem Jagdrevier in Brandenburg berichten. Dort sind innerhalb der letzten sieben Jahren nahezu sämtliche Mufflons (Wildschafe) dem Wolf zum Opfer gefallen. Genau so erging es dem Damwild, das inzwischen nicht mehr bewirtschaftet werden kann. Wildschweine haben sich zum Schutz gegen den Wolf zu Großrotten zusammengeschlossen und verwüsten entsprechend die landwirtschaftlichen Flächen erheblich. Er persönlich hat sich entschlossen sein Jagdrevier demnächst aufzugeben.
Im anschließenden Bericht über die Streckenentwicklung des Jagdwildes stellte der Leiter der Hegegemeinschaft Pegnitz Peter Meister die einzelnen Zahlen für alle Hegegemeinschaften vor. So ergab sich mit einem Gesamtabschuß von 532 Wildschweinen ein geringfügiger Rückgang von 4,8 % gegenüber dem Vorjahr.
Mit insgesamt 1.886 Rehen, die von den Jägern erlegt worden sind oder dem Autoverkehr zum Opfer fielen bewegt man sich hier auf einem gleichbleibend hohen Niveau.  Unter den 565 ausgestellten Rehbockgehörnen gab es einige Kuriositäten. Der stärkste Bock wurde von Hermann Hopf im Revier Engelmannsreuth erlegt und hatte ein Gehörngewicht von 360 Gramm. Die Stärke der Gehörne, die die einzelnen Rehböcke erreichen sind ein Spiegelbild über die Qualität des Wildbestandes und des Lebensraumes, daher werden diese Zahlen jährlich von den Jägern ausgewertet.
Stark vermehrt hat sich auch der Waschbär, so dass hiervon 43 Tiere erbeutet wurden. Erstmals wurden auch Neueinwanderer wie Marderhund und Nutria erlegt.
Den Abschluß bildete traditionell die Ehrung langjähriger Mitglieder und sich um die Bewahrung unserer fränkischen Landschaft verdient gemachter Landwirte.


Mit der Wildhegenadel wurde Horst Meyer ausgezeichnet. Für 25-jährige Mitgliedschaft im Bayerischen Landesjagdverband wurden Manfred Herzing, Johann Popp und Rocco Campo geehrt. 40 Jahre dabei ist Georg Fuchs, immerhin 50 Jahre Johann Bär und für 70 Jahre wurde mit Herbert Schott aus Creußen das älteste Mitglied geehrt. Herbert Schott ließ es sich auch nicht nehmen und ergriff das Mikrofon für einige humorvolle Worte an die Zuhörer.
Für außergewöhnliche Verdienste um die Bewahrung des Naturerbes unser Bayerischen Landschaft erhielten die Medaille Naturerbe Bayern in Bronze Georg Brütting, Georg Peter, Georg Schmitt, Josef Körber, Lorenz Arnold und Hans Gmelch.
Der Vorsitzende Thomas Kürzdörfer bedankte sich auch bei allen ausgeschiedenen Vorstandschaftsmitgliedern und besonders bei den langjährigen Jagdhornbläsern, die unter der Leitung von Loni Weidinger viele Jahre der Jägerschaft treue Dienste erwiesen haben.
Die neue Jagdhornbläsergruppe, jetzt unter der Leitung von Ann-Sophie Kraus umrahmte die gesamte Veranstaltung und schloss mit der Ehrenfanfare.